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01 | 2017 NEWS

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Überblick

IRRBB Wie die Pflicht

IRRBB Wie die Pflicht zur Chance wird von Rainer Alfes Nach einem längeren Zeitraum, in dem das Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch in den Initiativen der Aufsicht hinter anderen Themen eher in zweiter Reihe stand, ist diese Risikoart in den letzten Jahren wieder ins Zentrum aufsichtsrechtlicher Vorgaben und Veröffentlichungen gerückt. Der vorliegende Artikel beleuchtet die wesentlichen aktuellen Veröffentlichungen der Aufsicht zu IRRBB. Er zeigt, dass die Banken und Sparkassen sich gezielt und abhängig vom Geschäftsmodell mit einigen ausgewählten Aspekten des Zinsänderungsrisikos befassen sollten, um das eigene Risikomanagement an den internationalen Anforderungen auszurichten. Die von den IRRBB-Papieren geforderte größere Transparenz und Konsistenz der Methoden und Ergebnisse macht die Anforderungen zu einer Chance für die Banksteuerung. rate risk in the banking book“, im Folgenden kurz IRRBB-Standards genannt. Alle Leitlinien und Empfehlungen der EBA richten sich gemäß EU-Verordnung Nr. 1093/2010 1 sowohl an die Aufsichtsbehörden der EU-Mitgliedsstaaten als auch an die dortigen Banken. Die nationalen Aufsichtsbehörden informieren die EBA im Anschluss an die Veröffentlichung darüber, ob und wie sie diesen Leitlinien und Empfehlungen nachkommen und sie damit für die Banken des jeweiligen Mitgliedslandes verbindlich machen werden. In Deutschland gilt bislang noch das Rundschreiben 11/2011 2 der BaFin. Es ist zu erwarten, dass dieses Rundschreiben 2017 durch eine Präzisierung der Aufsicht zur Anwendung der EBA- Leitlinien für deutsche Institute ersetzt wird. Hintergrund In letzter Zeit wurden vor allem zwei Papiere veröffentlicht, die umfassend vorgeben, was die europäischen und die weltweiten Bankenaufsichtsgremien von den Instituten in Bezug auf Messung, Steuerung, Offenlegung und Kapitalunterlegung der Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch erwarten: zum einen die am 22. Mai 2015 von der EBA publizierten „Leitlinien zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos bei Geschäften des Anlagebuchs“ und zum anderen die am 21. April 2016 vom Baseler Ausschuss als BCBS 368 veröffentlichten „Standards – Interest Die Veröffentlichungen des Baseler Ausschusses sind für die EBA und somit auch für die EU-Mitgliedsstaaten nicht bindend. Allerdings kann man davon ausgehen, dass sich viele Forderungen aus BCBS 368 mittelfristig in den europäischen und deutschen IRRBB-Anforderungen wiederfinden werden. 1 Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 24. November 2010 zur Errichtung der Europäischen Aufsichtsbehörde EBA 2 BaFin: „Rundschreiben 11/2011 (BA) – Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch“; 9. November 2011 18 I NEWS 01/2017

Unternehmenssteuerung t Regulatorische Anforderungen In ihrer Grundausrichtung stimmen die beiden Papiere der EBA und des Baseler Ausschusses überein. Es gibt aber im Detail auch Unterschiede und leicht abweichende Sichtweisen, die die Dynamik dieses Themas zeigen, das so alt und so jung ist wie die Banksteuerung insgesamt. Beide Papiere formulieren die Aufsichtsanforderungen an die Steuerung des Zinsänderungsrisikos im Anlagebuch in Form von Prinzipien. Die EBA-Veröffentlichung enthält zunächst „übergeordnete Leitlinien“ und ersetzt damit die bisher geltenden CEBS-Leitlinien aus dem Jahr 2006 3 . Diese Leitlinien werden in einem Folgekapitel konkretisiert in den Themengebieten > > Szenarien und Stresstests, > > Annahmen für die Messung, > > Methoden zur Messung des Zinsänderungsrisikos, > > Beherrschung des Zinsänderungsrisikos, > > Ermittlung, Berechnung und Zuteilung von Kapital. Der Baseler IRRBB-Standard aktualisiert ebenfalls ein älteres Papier 4 auf Basis der zwischenzeitlichen Entwicklungen im Markt und in der Bankenaufsicht. Er wendet sich mit seinen ersten neun Prinzipien direkt an die Banken. Es folgen drei Prinzipien für die Bankenaufsicht. Zusätzlich entwirft der Baseler Ausschuss ein standardisiertes Rahmenwerk für die Messung des barwertigen Zinsänderungsrisikos. Es soll Banken freistehen, dieses Rahmenwerk zu implementieren oder besser passende und risikosensitivere interne Modelle zu nutzen. Der Baseler Ausschuss erwähnt auch die Möglichkeit, dass Aufsichtsbehörden Banken vorschreiben können, das Standard-Rahmenwerk zu verwenden, etwa wenn die Aufsicht zu der Einschätzung kommt, dass das bankinterne Risikomanagement nicht adäquat sei. Gap Risk > Risiko aus Fristentransformation bei Veränderungen der Zinskurve Basis Risk > Risiko aus unterschiedlichen Referenzzinsen Option Risk > Risiko aus expliziten und impliziten Optionen Außerhalb von IRRBB, aber verwandt: Credit Spread Risk in the Banking Book > Risiko schwankender Credit Spreads Abbildung 1: Relevante Risiken im Kontext IRRBB aus Sicht des Baseler Ausschusses Teilrisiken des Zinsänderungsrisikos Die EBA-Leitlinien unterteilen das Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch in vier signifikante Teilrisiken und folgen damit der Sichtweise des CEBS-Papiers sowie der BCBS-Grundsätze von 2004: 1. Zinsanpassungsrisiko – resultierend aus der Fristentransformation im Anlagebuch, 2. Zinsstrukturkurvenrisiko – resultierend aus Veränderungen der Zinskurve, 3. Basisrisiko – resultierend aus unterschiedlichen Referenzzinsbindungen, 4. Optionsrisiko – resultierend aus expliziten und impliziten Optionen im Anlagebuch. Interessant ist, dass der Baseler Ausschuss in seinen neuen Standards die ersten beiden Teilrisiken zum sogenannten „Gap Risk“ zusammenfasst, was insofern sinnvoller ist, als dass es sich beim Risiko aus Fristentransformation und beim Risiko aus Veränderungen der Zinskurve um dasselbe Risiko handelt – einmal betrachtet aus der Perspektive der Anlagebuchpositionen und einmal aus der Perspektive der Marktdaten. Ein weiteres wichtiges Risiko, dem Positionen des Anlagebuchs unterliegen, ist das Credit-Spread-Risiko. Dieses Risiko resultiert aus den Veränderungen der Credit Spreads, die bei Das Standard-Rahmenwerk konkretisiert viele Aspekte zum Umgang mit Anlagebuchpositionen und zur Zinsänderungsrisikomessung im Gegensatz zu den recht allgemein gehaltenen Prinzipien. So gibt es einen guten Einblick in die Erwartungen des Baseler Ausschusses zu zentralen Fragestellungen. 3 CEBS: Guidelines on technical aspects of the management of interest rate risk arising from non-trading activities in the context of the supervisory review process; 3. Oktober 2006 4 BCBS 108: Principles for the Management and Supervision of Interest Rate Risk; Juli 2004 NEWS 01/2017 I 19

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