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01 | 2017 NEWS

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Überblick

u Unternehmenssteuerung

u Unternehmenssteuerung der Bewertung vor allem von Anleihen im Anlagebuch zu berücksichtigen sind. Die Aufsicht sieht das Credit-Spread-Risiko inzwischen einheitlich als ein Marktpreisrisiko, das mit dem Zinsänderungsrisiko verwandt ist. Eine entsprechende Modifikation der aufsichtsrechtlichen Anforderungen findet sich auch im von der BaFin im Februar 2016 veröffentlichten Entwurf der MaRisk-Novelle 5 in BTR 2.3, Tz. 6. Wesentliche Themengebiete Aus den beiden aktuellen IRRBB-Veröffentlichungen lassen sich einige wesentliche Themengebiete ableiten, mit denen sich die Institute je nach Geschäftsmodell mehr oder weniger intensiv befassen müssen. Auch wenn diese Themengebiete auch bisher schon für das Risikomanagement relevant waren, erhalten sie durch die expliziten Ausführungen der Aufsicht ein zusätzliches Gewicht. Barwert (Economic Value) Nettozinsertrag (Net Interest Income) Abbildung 2: Institute müssen eine durchgängige duale Sicht auf barwertige und periodische Kennzahlen etablieren. IRRBB-Strategie Jedes Institut muss über eine fundierte und dokumentierte IRRBB-Strategie verfügen, die robust genug ist, um Krisensituationen zu überstehen. Für die Verabschiedung und Umsetzung dieser Strategie ist das Leitungsorgan verantwortlich. Selbstverständlich muss die IRRBB-Strategie in die übergeordnete Geschäftsstrategie eingebettet sein. Die IRRBB-Strategie manifestiert sich im operativen Management der Zinsänderungsrisiken bis hin zu den regelmäßig berichteten steuerungsrelevanten Kennzahlen. Sie gibt den Risikoappetit vor, der in der Limitierung seinen Ausdruck findet. Stressszenarien Die Aufsicht betont, dass reine Parallelverschiebungen der Zinskurve als Stressszenarien nicht ausreichen. BCBS 368 beschreibt im Anhang 2 eine konkrete Berechnungsvorschrift zum Ableiten von sechs währungsabhängigen Standardzinsszenarien. Neben Parallelverschiebungen der Zinskurve werden Szenarien für flacher und steiler werdende Zinskurven vorgegeben sowie Zinsschocks für kurze Laufzeiten bei weitgehend gleichbleibenden langen Zinssätzen. Der Ausschuss fordert, dass alle Banken diese Szenarien regelmäßig für ihr Zinsbuch simulieren und die Ergebnisse offenlegen. Duale Risikomessung Die wohl wichtigste Neuerung gegenüber älteren Veröffentlichungen der Aufsicht zum Zinsänderungsrisiko ist die Forderung, dass Institute durchgängig von der IRRBB-Strategie über die Risikomessung bis zur Berichterstattung sowohl barwertige als auch periodische Größen betrachten müssen, insbesondere den „wirtschaftlichen Wert“, also den Barwert des Zinsbuchs (Economic Value, EV) und die periodischen Nettozinserträge (Net Interest Income, NII). Zinsszenarien IRRBB Die Berechnung der BCBS-Standardzinsszenarien mit der Kalibrierung für die 21 vom Baseler Ausschuss betrachteten Währungen stehen auf der Webseite von msgGillardon zum Download bereit. 6 Das Excel-Tool stellt die im IRRBB-Standardansatz vom Baseler Ausschuss geforderten Zinsszenarien grafisch und numerisch in Abhängigkeit der gewünschten Währung dar. 5 BaFin: Konsultation 02/2016: Entwurf der MaRisk in der Fassung vom 18.02.2016 6 Download unter http://msggillardon.de/loesungen/themen/aufsichtsrecht-meldewesen/irrbb.html Empfehlenswert ist es, sowohl die Auswirkung dieser Stress- szenarien auf den Zinsbuchbarwert als auch auf die periodischen Erträge regelmäßig zu simulieren. 20 I NEWS 01/2017

Unternehmenssteuerung t 300 short rate shock up 200 100 0 short rate down steepener shock flattener shock –100 –200 –300 parallel shock up parallel shock down Abbildung 3: IRRBB-Standardzinsszenarien des Baseler Ausschusses für die Währung EUR Basisrisiko EBA und Baseler Ausschuss definieren das Basisrisiko als das Risiko, das sich aus Zinsanpassungen unter unterschiedlichen Zinskonditionen ergibt. Es bezieht sich insbesondere auf Floater und Rollover-Darlehen sowie auf Sicherungsinstrumente wie Zinsswaps, Caps oder Floors, die auf Referenzzinsen basieren. Die Sicht der Aufsicht auf das Basisrisiko hat sich gegenüber den Vorgängerpapieren nicht wesentlich geändert. In Deutschland spielt das Basisrisiko traditionell eine geringere Rolle als in anderen Ländern, wie etwa Österreich oder der Schweiz. Jedes Institut muss nachweisen können, ob das Basisrisiko im Zinsbuch ein wesentliches Risiko ist. Für diesen Nachweis und für die Messung des Basisrisikos sollten Spread-Änderungen zwischen den Referenzzinssätzen simuliert werden. Implizite Optionen Implizite Optionen im Kundengeschäft sind in den letzten Jahren stärker in den Fokus der Aufsicht geraten. Auch Privatkunden nutzen vermehrt die Vergleichsmöglichkeiten über das Internet und machen etwa von ihrem BGB-Kündigungsrecht nach zehn Jahren Gebrauch, um alte Kredite abzulösen und von der Niedrigzinsphase zu profitieren. Daher fordern alle Aufsichtsgremien, dass die Banken sich intensiv mit den eingeräumten impliziten Optionsrechten auf der Aktiv- und der Passivseite auseinandersetzen. Es fällt auf, dass insbesondere der Baseler Ausschuss die impliziten Optionen deutlich intensiver behandelt als das Vorgängerpapier des CEBS. Er unterscheidet konsequent zwischen verhaltensabhängigen (statistisch, weitgehend unabhängig von Zinsniveau ausgeübten) und automatischen (rational, abhängig vom Zinsniveau ausgeübten) impliziten Optionen und fordert von den Instituten eine fundierte und nachvollziehbare Modellierung der eingeräumten Optionsrechte. Die Aufsicht erwartet, dass sowohl die expliziten als auch die impliziten Optionen in der Zinsbuchsteuerung adäquat abgebildet, bewertet und simuliert werden. Variables Geschäft Seit Längerem ist die Aufsicht über die zunehmenden Risiken des variablen Geschäfts besorgt, also der Positionen ohne feste Zins- und mit verhaltensabhängiger Kapitalbindung. Insbesondere die Volumina der variablen Kundeneinlagen (Non- Maturity-Deposits, NMD) sind durch die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken in vielen Häusern stark gewachsen und bilden die wichtigste Refinanzierungsquelle vieler Retail-Banken. Entsprechend legen die IRRBB-Papiere großen Wert auf die konservative Abbildung dieser Positionen mit fundierter Analyse des Kundenverhaltens und Identifikation des stabilen Kerns, der einer Bank auch bei steigenden Zinsen langfristig zur Verfügung steht. Der Baseler Ausschuss ist in seinen Anforderungen an NMD strenger als die EBA, insbesondere in der konkreten Ausgestaltung des Standard-Rahmenwerks. NEWS 01/2017 I 21

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