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01 | 2017 NEWS

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Überblick

u Unternehmenssteuerung

u Unternehmenssteuerung auf dem effizienten Rand eine weitere interessante Bedeutung. In der Asset Allocation kann durch Hebelungen der Portfoliogewichte des Berührpunktes jede Risikoposition auf der Tangente erreicht werden. Überträgt man diese Eigenschaft auf die Anwendung im variablen Geschäft, heißt das, dass es im Modell möglich wäre, gegen eine Versicherungsprämie die gleiche Risikoposition wie das varianzminimale Mischungsverhältnis einzunehmen. Da die Tangente den effizienten Rand kein zweites Mal berührt, kann trotz Versicherungsprämie von einer höheren Marge als im varianzminimalen Punkt ausgegangen werden. Eine weitere Nebenbedingung ist die zwingende Notwendigkeit, den Charakter des Produktes, der sich in Lage und Reagibilität des Kundenzinses ausdrückt, nicht zu verändern. Das gesuchte Mischungsverhältnis mit höherem Margenpotenzial muss einen ähnlichen Verlauf im Kundenzins gewährleisten, sodass die Wirkung des Produktes nach außen unverändert bleibt. Durch die vereinnahmte höhere Marge liegt es im Ermessen des Instituts, diese teilweise an den Kunden weiterzugeben, um vereinzelte Abweichungen im Kundenzinsverlauf zu korrigieren oder durch höhere Kundenkonditionen die eigene Marktposition zu stärken. Durch die getroffenen Annahmen birgt das Modell der risikoadjustierten Margenoptimierung – wie alle die Realität vereinfachenden Modelle – gewisse Modellrisiken. Beispielsweise könnte die Bank, die ursprünglich das varianzminimale Mischungsverhältnis umgesetzt hatte und im Zuge der risikoadjustierten Margenoptimierung auf das margenstärkere Mischungsverhältnis umgestiegen ist, in einem Worst-Case-Szenario gezwungen sein, in die varianzminimale Portfoliokombination zurückzuwechseln. Da in diesem Fall nicht zu vernachlässigende Kurseffekte für die Bank schlagend werden, erlaubt die aktuelle Umsetzung der risikoadjustierten Margenoptimierung die Integration von Kurseffekten in die Optimierung. Diese Funktionalität gibt Antworten auf die in anderen neuartigen Modellen zur Abbildung der variablen Geschäfte häufig nicht berücksichtigte Frage, wie hoch der Kurswert des Portfolios am Ende des Betrachtungshorizontes ist und wie stark eventuelle Kursverluste die erzielte Marge schmälern. Neben Kurseffekten können bei der risikoadjustierten Margenoptimierung verschiedene Ansätze zum Umgang mit Volumenschwankungen in den Optimierungsprozess integriert werden. Beispielsweise können Effekte durch Ausgleichszahlungen auf die Marge gezielt untersucht werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, ein Sockelvolumen zu definieren, das gemäß dem Mischungsverhältnis angelegt wird, während der Volumenanteil darüber hinaus im Tages- beziehungsweise Monatsgeld disponiert ist. Beispiel Das Beispiel illustriert die beschriebene Funktionsweise und zeigt für die Zinshistorie von Januar 1988 bis Juni 2009 und für ein fiktives Geldmarktprodukt mit realistischem Kundenzinsund Volumenverlauf die Existenz der Margenpotenziale auf. In Abbildung 1 ist der effiziente Rand sowie die Tangente gemäß der Grenz-Sharpe-Ratio in diesem Beispielfall dargestellt. erwartete Marge 0,9 % 0,8 % 0,7 % 0,6 % 0,5 % 0,4 % 0,3 % 0,00 % 0,05 % 0,10 % 0,15 % 0,20 % 0,25 % 0,30 % 0,35 % Standardabweichung Abbildung 1: Risiko-Rendite-Diagramm des effizienten Randes im Beispiel Der Punkt auf dem Rand an der oberen Spitze des Dreiecks repräsentiert die Rendite-Risiko-Situation des neuen optimalen Mischungsverhältnisses unter den gegebenen Nebenbedingungen und Berechnungsvorgaben bezüglich des Umgangs mit Volumenschwankungen und der Modellrisikobetrachtung in diesem Beispiel. 6 I NEWS 01/2017

Unternehmenssteuerung t 1,8 % Marge nach varianzminimalem MV 1,5 % Marge gemäß risikojustierter Optimierung 1,2 % 0,9 % 0,6 % 0,3 % 0,0 % 1988 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 10 % 8 % Kundenzins historisch Kundenzins gemäß risikojustierter Optimierung 6 % 4 % 2 % 0 % 1988 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 Abbildung 2: Margenverläufe nach dem varianzminimalen Mischungsverhältnis und gemäß risikoadjustierter Margenoptimierung im Beispiel Abbildung 3: Kundenzinsverläufe aus der Historie und gemäß dem Mischungsverhältnis nach risikoadjustierter Margenoptimierung im Beispiel In Abbildung 2 sind die Margenverläufe für das varianzminimale Mischungsverhältnis und für das neue optimale Mischungsverhältnis gegenübergestellt. Das höhere Risiko der neuen Marge ist in der größeren Schwankung zu erkennen. Allerdings wird deutlich, dass das Niveau der neuen Marge stets oberhalb der varianzminimalen Marge liegt und sich somit die größeren Schwankungen stets in die für das Institut positive Richtung auswirken. Der Vergleich der hypothetischen Kundenzinsverläufe bei konstanter Marge in Abbildung 3 zeigt, dass sich der Zins für den Kunden nach dem neuen Mischungsverhältnis nur minimal gegenüber dem historischen Verlauf geändert hätte. Für die Bank wäre es somit möglich, dem Kunden den gleichen Zins mit gleicher Reagibilität zu zahlen wie zuvor und dennoch eine höhere Marge zu vereinnahmen. Fazit Margenoptimierung ist in ihrer Anwendung nicht auf ein bestimmtes variables Produkt beschränkt, sondern kann im Institut vielfältig eingesetzt werden. Kombinationsmöglichkeiten zwischen Kurseffekten und Volumenschwankungen erhöhen darüber hinaus die Flexibilität des Modells. Der Vorteil einer höheren erwarteten Marge birgt allerdings gleichzeitig den Nachteil der risikoadjustierten Margenoptimierung: Da zugunsten der Margenerwartung vom varianzminimalen Mischungsverhältnis abgewichen wird, erhöht sich das Risiko für Margenschwankungen. Durch eine entsprechende Wahl der Nebenbedingungen wird daher dafür gesorgt, dass nur solche Strategien gewählt werden, in denen der Nutzen durch Margenerhöhungen deutlich überwiegt. Weiterhin sind nur solche Strategien zulässig, deren zusätzliches Risiko durch Kurseffekte in einem vorgegebenen Rahmen bleibt. Der große Vorteil des Modells der risikoadjustierten Margenoptimierung ist, dass es sich um eine Weiterentwicklung des Gedankens hinter der Methode der gleitenden Durchschnitte handelt. Dadurch erfordert das Modell keine größeren Umstellungs- oder Umdenkungsprozesse. Die Vorgehensweise ist transparent und nachvollziehbar. Die Anforderungen an eine Abbildungsvorschrift für die variablen Geschäfte werden weiterhin erfüllt, da zum einen die Einheit des Mischungsverhältnisses zwischen Marktbereich und Treasury und zum anderen die Produktcharakteristik erhalten bleiben. Die risikoadjustierte Ansprechpartner Dennis Bayer Lead Business Consultant, Strategische Markt- & Themenentwicklung > +49 (0) 175 / 2274331 > dennis.bayer@msg-gillardon.de NEWS 01/2017 I 7

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