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01 | 2018 NEWS

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u Unternehmenssteuerung

u Unternehmenssteuerung Normative Perspektive*) > Ziel: Institutsfortführung > Gesamtheit aller regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen sowie der darauf basierenden internen Anforderungen > Relevante Steuerungsgrößen: - Kernkapitalanforderung - SREP-Gesamtkapitalanforderung - Die kombinierte Pufferanforderung - Eigenmittelzielkennziffer sowie sämtliche Strukturanforderungen (z. B. Leverage Ratio, Großkreditgrenzen) Ökonomische Perspektive*) > Ziel: Gläubigerschutz > Ausgangsbasis ist die Methodik des Instituts > Risikoquantifizierung und Risikodeckungspotenzial in der ökonomischen Betrachtung → auch Bestandteile, die in der Rechnungslegung, der Regulatorik und in den aufsichtlichen Eigenmittelanforderungen nicht oder nicht angemessen abgebildet werden > Konsistente Methoden zur normativen Perspektive > Berücksichtigung erwarteter und unerwarteter Verluste > Konservativität des Risikoansatzes, z. B. Konfidenzniveau rund 99,9 % *) Tz. 23–37 *) Tz. 38-63 Abbildung 2: Normative und ökonomische Perspektive Risikodeckungsmasse die Summe der abzudeckenden Risiken übersteigt. Würden die anhand der VaR-Methodik gemessenen Risiken schlagend, ist die Befriedigung der Gläubigeransprüche abgesichert. Stark erweitert und präzisiert wird die Kapitalplanung im Vergleich zu den bisherigen MaRisk-Regelungen (AT 4.1. Tz. 9 beziehungsweise 11 in der MaRisk-Novelle). In der normativen Perspektive muss das Institut deshalb gewährleisten, dass die SREP-Gesamtkapitalanforderung (Total SREP Capital Requirements – TSCR) sogar unter adversen Bedingungen eingehalten wird. Präzisiert wird in Tz. 32 ff. 3 die enge Verbindung der Kapitalplanung mit der strategischen Planung, die die Veränderungen des Markt- und Wettbewerbsumfelds sowie bindende rechtliche beziehungsweise regulatorische Anpassungen im Planszenario einfangen soll. Dies passt zu der zunehmend im aufsichtlichen Fokus stehenden Geschäftsmodellanalyse (vgl. Profitabilitätsumfrage der Aufsicht 2017, aber auch die Niedrigzinsumfrage 2017). Ohnehin stellt weniger die Risikotragfähigkeit als solche den Schwerpunkt des neuen RTF- Leitfadens dar als vielmehr die breite Auseinandersetzung mit der Kapitalplanung. Der Risikotragfähigkeitsleitfaden weist folgenden Aufbau auf: > > Einleitung > > Grundsätze aufsichtlicher Beurteilung > > Ziele und Grundsätze ICAAP > > Normative Perspektive > > Ökonomische Perspektive > > Stresstests > > Steuerungsaspekte beider Perspektiven Hinzu kommt der bereits angesprochene Annex zu den bisherigen Going-Concern-Ansätzen. Ziele und Perspektiven des ICAAP Der ICAAP umfasst alle Verfahren, Methoden und Prozesse, die eine ausreichende Kapitaldeckung aller mit Blick auf die Vermögenslage (inklusive Kapitalausstattung), die Ertragslage oder die Liquiditätslage wesentlichen Risiken sicherstellen, die im Rahmen der hinlänglich bekannten Risikoinventur identifiziert werden. Der interne Prozess zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit (§ 25a Abs. 1 Satz 3 Nr. 2 KWG) erstreckt sich jetzt explizit auf ein Risikotragfähigkeitskonzept samt einer RTF-Rechnung und Die Aufsicht wird nach heutigem Stand keine Übergangsfrist einräumen, da bis auf Weiteres die bisherigen Ansätze übergangsweise fortgeführt werden dürfen. 3 Textziffern (Tz.) ohne nähere Bezeichnung beziehen sich auf den aktuellen Konsultationsstand des neuen RTF-Leitfadens. 18 I NEWS 01/2018

Unternehmenssteuerung t einer Kapitalplanung sowie ergänzenden Stresstests gleichermaßen. Auch muss der Strategieprozess mit den Risikosteuerungs- und -controllingprozessen verbunden werden. In der vorliegenden Textziffer 17 konkretisiert die Aufsicht deutlich ihre Erwartungshaltung und folgt den Vorschlägen der DK. Ziel der ICAAP-Ausgestaltung ist die jederzeitige Sicherstellung der Risikotragfähigkeit, die letztlich immer die langfristige Unternehmensfortführung gewährleisten muss. Insofern kommt es – wie schon lange in der Literatur zur Unternehmensbewertung dargelegt – auf den Substanz- und Ertragswert des Instituts gleichermaßen an (Tz. 16). Perspektiven der Risikotragfähigkeit Das Risikodeckungspotenzial setzt sich in der normativen Perspektive aus den regulatorischen Eigenmitteln zusammen. Dazu zählen im Einzelnen: > > die bisherige Säule-1-Anforderung (Ergänzungs- und Kernkapital), > > die aus dem Säule-1-Plus-Ansatz nach SREP resultierende Anforderung (Pillar 2 Requirement, P2R) sowie > > weitere Kapitalbestandteile, die aufsichtsseitig zur Abdeckung von aufsichtlichen Kapitalanforderungen und -erwartungen anerkannt werden (einschließlich der mit dem „Stresstestzuschlag“ nach SREP erfolgenden Ausweitung zur Eigenmittelzielkennziffer, Pillar 2 Guidance, P2G), wie zum Beispiel die § 340f HGB Reserven (vgl. Abbildung 3). 4 Abbildung 2 zeigt die beiden Perspektiven der Risikotragfähigkeit im Überblick. Nachfolgend werden sie ausführlich dargestellt. Normative Perspektive Normativ gesehen müssen die bankinternen Anforderungen alle regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen erfüllen. Diese betreffen namentlich die Kapitalanforderungen (Kernkapital, SREP-Gesamtkapital, die kombinierte Pufferanforderung, die Eigenmittelzielkennziffer und die Strukturanforderungen, wie zum Beispiel die Großkreditgrenzen; Tz. 23). Bisher war es bei den meisten Instituten, die den Going- Concern-Ansatz verfolgten, üblich, den vorsichtig ermittelten Plangewinn in die Risikodeckungsmassen aufzunehmen. Nach Annex Tz. 3 wird dies auch künftig möglich sein. Und zwar explizit nicht nur für die auf ein Planjahr ausgerichtete Risikotragfähigkeit, sondern auch für die mindestens dreijährige Kapitalplanung. 4 Vgl. auch Wimmer, msgGillardon News 03/2016. Gültig ab 2017 TSCR: Total SREP Capital Requirement OCR: Overall Capital Requirement Gültig ab 2016 z. B. 1,6 % Stresszuschlag (NZU) Pillar 2 Guidance (P2G) 12,1 % Eigenmittelzielkennziffer 10,5 % z. B. 1,6 % Stresszuschlag (NZU) (z. B.) 0,5 % (z. B.) 2 % 8 % Zuschläge für weitere wesentliche Risiken Zuschläge für ZÄR Adressrisiken Marktpreisrisiken OpRisk Säule 1+ 12,1 % Eigenmittelzielkennziffer 10,5 % Stresspuffer Basel-III-Kapitalerhaltungspuffer verrechenbar mit Stresszuschlag (z. B.) 0,5 % (z. B.) 2 % 8 % > Systematischer Risikopuffer > Kapitalerhaltungspuffer > … Zuschläge für weitere wesentliche Risiken Zuschläge für ZÄR Adressrisiken Marktpreisrisiken OpRisk Puffer Pillar 2 Requirement, P2R Reg. Eigenmittel Säule I (CRR) TSCR OCR > SREP-Zuschlag aus SREP-Mitteilung abgeleitet > Stresstestergebnisse möglicherweise in SREP-Zuschlag enthalten > SREP-Zuschlag besteht aus zwei individuellen Beiträgen (P2R und P2G) > Stresstestergebnisse ausschließlich in P2G enthalten Abbildung 3: Künftige Eigenmittelanforderungen NEWS 01/2018 I 19

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