Aufrufe
vor 2 Wochen

01 | 2018 NEWS

  • Text
  • Institute
  • Anforderungen
  • Risikokultur
  • Aufsicht
  • Marisk
  • Perspektive
  • Banken
  • Unternehmenssteuerung
  • Risiken
  • Aktuellen
MaRisk

u Unternehmenssteuerung

u Unternehmenssteuerung Das Thema Risikokultur sollten die Institute den MaRisk-Anforderungen entsprechend umsetzen, da andernfalls ein gesonderter Säule-1-Plus-Zuschlag droht. Auslagerungen Gemäß AT 9 Tz.1 S.2 ist die Frage des Auslagerungstatbestands unabhängig von der (zivilrechtlichen) Vertragsausgestaltung zu beurteilen – diesen Standpunkt hat die Aufsichtspraxis schon seit längerer Zeit vertreten. Der Auslagerung von Kontrollbereichen werden enge Grenzen gesetzt: Outsourcing der Risikocontrolling- und der Compliance-Funktion sowie der Innenrevision ist nur bei unwesentlichen Tochterinstituten innerhalb einer Institutsgruppe zulässig, wenn das Mutterinstitut die Auslagerung übernimmt (AT 9 Tz. 5). Diese für die Leitung eines Instituts wichtigen Steuerungsinstrumente dürfen damit generell nicht dem direkten Zugriff des Instituts entzogen sein. Allerdings können kleine Institute die Compliance-Funktion und/oder die interne Revision auslagern, wenn mit Blick auf die Institutsgröße, Art, Umfang, Komplexität und Risikogehalt der betriebenen Geschäftsaktivitäten das explizite Einrichten dieser Funktionen verzichtbar ist. Daneben können bei allen Instituten einzelne Tätigkeiten beziehungsweise Prozesse der Kontrollbereiche ausgelagert werden – die Messlatte wird sein, dass die Institute in den Kontrollbereichen keinen Kontrollverlust erleiden, das heißt, Dritte direkten und wesentlichen Zugriff auf diese sensiblen Bereiche nehmen können. Deshalb muss nach AT 9 Tz. 5 bei Bedarf, etwa, falls das Auslagerungsverhältnis beendet wird, der ordnungsmäßige Geschäftsbetrieb störungsfrei fortgesetzt werden können. Da das Know-how aber faktisch weiterhin vom Institut vorgehalten werden muss, können hier nur sehr bedingt Kosteneinsparungen realisiert werden. Die Outsourcing-Regelungen werden bezogen auf Software wie folgt präzisiert (AT 9 Tz.1 Erl.): Die bloße Softwareanschaffung bedeutet generell keine Auslagerung, sondern sie ist als sonstiger Fremdbezug einzustufen. Dies gilt auch für die damit verbundenen Unterstützungsleistungen, wie Customizing, Testen, die Freigabe und Implementierung der Software in die Produktionsprozesse beim Ersteinsatz. Sofern die Software jedoch zur Identifizierung, Beurteilung, Steuerung, Überwachung und Kommunikation der Risiken eingesetzt wird oder für bankgeschäftlichen Aufgaben wesentlich ist, sind die damit verbundenen Unterstützungsleistungen als Auslagerung zu qualifizieren. Der Betrieb der Software durch einen externen Dritten gilt generell als Auslagerung. Nach AT 9 Tz. 12 muss grundsätzlich ein zentrales Auslagerungsmanagement abhängig von Art, Umfang und Komplexität der Auslagerungsaktivitäten eingerichtet werden. Zu dessen Aufgaben gehören insbesondere die Implementierung und Weiterentwicklung des Auslagerungsmanagements sowie die Einrichtung ausreichender Kontroll- und Überwachungsprozesse. Außerdem müssen die Auslagerungen vollständig dokumentiert und die betroffenen Fachbereiche beraten werden (zum Beispiel hinsichtlich der gesetzlichen Anforderungen bei Auslagerungen). Es muss gemäß AT 9 Tz. 13 der Geschäftsleitung mindestens jährlich einen Auslagerungsbericht über die wesentlichen Auslagerungen zukommen lassen, in dem unter anderem dargelegt wird, ob die erbrachten Auslagerungen vertragskonform erfolgten, die ausgelagerten Aktivitäten/Prozesse angemessen gesteuert und überwacht werden können und ob gegebenenfalls risikomindernd eingegriffen werden musste. Risikotragfähigkeit (AT 4.1) siehe auch den Artikel „Update: Der neue RTF-Leitfaden“ (S. 16) Nach Tz. 2 gilt: Die Risikotragfähigkeit muss sowohl das Ziel des Going-Concern als auch das Ziel des Schutzes der Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht angemessen berücksichtigen. Das Institut darf seinen zentralen Steuerungsansatz an einem der beiden Ziele ausrichten, muss aber das andere Ziel durch angemessene Ergänzungen im Steuerungsansatz berücksichtigen. Der Hinweis auf den aktuell konsultierten Leitfaden zur aufsichtlichen Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte macht aber deutlich, dass Letzterer maßgeblich ist. Wie an anderer Stelle beschrieben, 5 werden die Institute, die 5 Vgl. den Artikel von Kregiel/Wimmer zum neuen RTF-Leitfaden in der News 03/2017 und in dieser Ausgabe. 8 I NEWS 01/2018

Unternehmenssteuerung t aktuell bekanntlich mehrheitlich den Going-Concern-Ansatz verfolgen, diesen nur noch übergangsweise fortführen können. Absehbar müssen sowohl die normative als auch die ökonomische Perspektive verfolgt werden, die nicht mit der bisherigen in Deutschland gewohnten Unterscheidung in Going-Concern- Ansatz und Liquidationsansatz gleichgesetzt werden können. Auch wird damit für die Institute, die bislang den Going-Concern-Ansatz verfolgen, die aktuelle Doppelunterlegung der Risiken entfallen. Denn wenn die in Säule 2 berücksichtigten Risiken schlagend werden, so kann der Geschäftsbetrieb dennoch weiter fortgeführt werden, da die Säule-1-Plus-Anforderung noch erfüllt wird. Nach Tz. 9 und 10 gilt: Die Angemessenheit der Methoden und Verfahren zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit muss zumindest jährlich durch die fachlich zuständigen Mitarbeiter überprüft werden. Erfordern die Methoden infolge ihrer Komplexität eine umfassende Validierung, so müssen die Methodenentwicklung einerseits und die Validierung andererseits angemessen unabhängig voneinander sein. Stützt sich die Risikoermittlung auf Berechnungen Dritter – was in der Praxis häufig auf Fondsgesellschaften zutrifft – so müssen sich die Institute hierzu aussagekräftige Informationen (wesentliche Annahmen und Parameter) vorlegen lassen. Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch (BTR 2.3) Zinsänderungsrisiken können zwar wie bisher entweder GuVorientiert oder barwertig abgebildet werden. Doch die Festlegung auf ein primär steuerungsrelevantes Verfahren bedingt nunmehr auch, dass die Konsequenzen für das andere Steuerungsverfahren angemessen berücksichtigt werden müssen. Dies bedeutet, dass Institute, die bisher das Zinsänderungsrisiko GuV-orientiert gemessen haben, nunmehr auch die Barwertauswirkungen quantifizieren müssen. So reagiert der Barwert des Zinsbuchs in der Regel stärker auf adverse Szenarien als das handelsrechtliche Zinsergebnis. Liegen also aus der anderen Perspektive weitergehende Zinsänderungsrisiken in bedeutendem Umfang vor, müssen diese im Rahmen der Risikosteuerungs- und Risikocontrollingprozesse und bei der Beurteilung der Risikotragfähigkeit gemäß dem aktuell konsultierten neuen RTF-Leitfaden 6 berücksichtigt werden. Doch wie dies im Detail funktionieren soll, ist derzeit (noch) offen. Wichtige weitere Änderungen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – können der Tabelle auf nachfolgender Doppelseite entnommen werden. Die Auflistung der Details macht aber auch deutlich, dass die Anforderungen zu den Liquiditätsrisiken auch mit Blick auf die anstehende Präzisierung des ILAAP (Internal Liquidity Adequacy Assessment Process) durch die EBA merklich erhöht wurden. Hier lassen sich aber Synergieeffekte aus dem Meldewesen nutzen: Der Meldebogen C 66.00, der bislang nur für die direkt von der EZB beaufsichtigten Institute relevant war, wurde überarbeitet und wird ab März 2018 für alle Institute für die Meldung der Liquiditätsablaufbilanz gelten. Liquiditätsrisiken und interner Refinanzierungsplan (BTR 3.1 Tz. 12) Die Institute müssen einen internen Refinanzierungsplan passend zu den Strategien, dem Risikoappetit und dem Geschäftsmodell erstellen. Dieser muss sich, analog zur Formulierung beim Kapitalplanungsprozess, auf einen angemessen langen, in der Regel mehrjährigen Zeitraum erstrecken. Bei der Planung des Refinanzierungsbedarfs müssen Veränderungen der eigenen Geschäftstätigkeit, der strategischen Ziele, Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds sowie mögliche adverse Entwicklungen berücksichtigt werden. Allerdings muss (auch) hier auf eine Öffnungsklausel hingewiesen werden: Der Refinanzierungsplan kann abhängig von Art und Umfang der Liquiditätsrisiken institutsindividuell ausgestaltet werden. So werden insbesondere kleinere Institute mit vergleichsweise einfachen Planungen auskommen können. Um die Änderungen beim Liquiditätsrisiko im Allgemeinen und hinsichtlich des eben angesprochenen Refinanzierungsplans im Speziellen einordnen zu können, bietet es sich an, auf den Mehrjahresplan für die SSM-Leitfäden zum ICAAP und zum ILAAP der EZB (20.02.2017) 7 Bezug zu nehmen. Dort bringt die EBA zum 6 Vgl. https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/ Meldung/2017/meldung_170906_leitfaden_risikotragfaehigkeit.html. 7 Vgl. https://www.bankingsupervision.europa.eu vom 02.03.2018. NEWS 01/2018 I 9

msgGillardon

03 | 2016 NEWS
02 | 2016 NEWS
01 | 2016 NEWS
03 | 2015 NEWS
02 | 2015 NEWS
01 | 2015 NEWS
02 | 2014 NEWS
01 | 2014 NEWS
02 | 2013 NEWS
01 | 2012 NEWS
02 | 2011 NEWS
01 | 2010 NEWS
MaRisk
01 | 2017 banking insight
01 | 2015 banking insight
01 | 2014 banking insight
01 | 2013 banking insight
01 | 2012 banking insight
02 | 2011 banking insight
01 | 2011 banking insight
01 | 2010 banking insight
2016 | Seminarkatalog | Finanzen

Über msgGillardon



Wir bieten unseren Kunden Management-, Business-, Prozess- und IT-Beratung. Darüberhinaus entwickeln wir kundenspezifische Lösungen, sowohl auf Basis unserer eigenen Software als auch auf Basis marktüblicher Standardsoftware. Sofern gewünscht entwickeln wir auch Individuallösungen - ganz auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Mit unserer Beratungskompetenz, bankfachlicher Expertise und IT-Know-how unterstützen und begleiten wir Sie umfassend und helfen Ihnen, in dynamischen Märkten schnell, flexibel und erfolgreich zu handeln.

Ihr Erfolg ist unser Antrieb: Unsere mehr als 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten mit Kompetenz und Leidenschaft an der Realisierung gemeinsamer Ideen - zuverlässig, engagiert und verantwortungsbewusst.

msgGillardon - Ihr Partner für zukunftsweisende Lösungen für die Finanzbranche.


© 2015 by msgGillardon AG - powered by yumpu Datenschutz | Impressum