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02 | 2017 NEWS

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u Unternehmenssteuerung

u Unternehmenssteuerung Befehlsseite Abfrageseite Reporting, Ad-hoc-Analysen Ereignisse Projektion Event Store Domänenmodell Abfragemodelle Quellsysteme Befehl Aufgabenorientiertes Benutzerinterface Dashboards Abbildung 3: Command Query Responsibility Segregation (vereinfacht) in der BI-Architektur tel und Prinzipien der Enterprise Application Architecture zum Einsatz kommen, die für die operative Welt entwickelt wurden? Zunächst geht es um eine Alternative zum Extract-Transform- Load(ETL)-Mechanismus, der sich in der klassischen Welt unidirektional durch die Schichten der BI-Architektur zieht und in der Regel durch zeitliche Regeln angestoßen wird. Beim ETL werden (in der Regel) normalisierte Entitäten ins DWH geschrieben und im selben Datenmodell von den Abnehmern gelesen. Ansatzpunkt für die folgenden Überlegungen ist die Tatsache, dass Datenlieferanten und Datenabnehmer völlig verschiedene Datenstrukturen kennen und benutzen. Eine Alternative kann das Entwurfsmuster CORS (Command Query Responsibility Segregation) sein. Laut Heise ist CQRS „ein erfolgreicher Gegenentwurf zum klassischen Schichtenmodell für Systeme mit parallelem Nutzerzugriff. Das Prinzip fordert eine Aufteilung in Verhaltens- und Abfragemodelle, mit der man die Geschäftslogik als wertvollsten Bestandteil einer Anwendung von der Datenbereitstellung für Benutzerschnittstellen und Reporting entkoppelt entwickeln kann.“ 2 Zur grafischen Verdeutlichung sind die Schichten der BI-Architektur auf die Seite gekippt (siehe Abbildung 3). Auf der Befehlsseite steht ein Domänenmodell, in das die Daten aus den Quellen per Befehl eingefügt werden. Auslöser für das Laden wäre nach diesem Entwurfsmuster das Vorliegen neuer Quelldaten. Das Domänenmodell übernimmt hier die Integrationsaufgabe eines klassischen DWH. Auf der Abnehmerseite (der Abfrageseite) stehen Abfragemodelle, die ähnlich wie Data Marts auf die Bedürfnisse der auswertenden Anwendungen zugeschnitten sind. Das Benutzer- interface kann als Bereitstellung von Schreib- und Leseoperationen für übergeordnete Ladeprozesse verstanden werden. 2 Quelle: Heise Medien: https://www.heise.de/developer/artikel/CQRS-neues- Architekturprinzip-zur-Trennung-von-Befehlen-und-Abfragen-1797489.html 32 I NEWS 02/2017

Unternehmenssteuerung t Den Unterschied zur klassischen DWH-Architektur macht im Wesentlichen der Event Store aus, der beide Modelle miteinander synchronisiert. Das Prinzip des Event Store wurde von Martin Fowler 3 so beschrieben, dass Daten als generische Events abgelegt (und nicht transformiert) werden. Die Zuordnung eines Events zu seiner Bedeutung erfolgt über ein Repository. Damit zeigt auch dieser Ansatz die enorme Bedeutung des Metadaten- Repositorys. Jedes eintreffende Ereignis wird persistiert. Die Daten sind lückenlos nachvollziehbar. Wichtig ist, dass die Übermittlung von Datensätzen als einzelne Events massendatentauglich gestaltet werden. Zusammenfassend zeigt sich bei diesem Ansatz einer modernisierten BI-Architektur, dass ins Zentrum anstelle des klassischen DWH ein Event Store tritt. Die Rolle von ETL-Prozessen übernimmt ein Event Bus mit Event-Handlern, die Publish-and- Persist-Methoden für Datenlieferanten und Subscribe-Methoden für Anwendungssysteme bereitstellen. Eine solche Architektur ermöglicht eine hohe Aktualität der Daten. Der Event Store hält immer alle Daten – auch die aktuellsten. Jede Transaktion, jeder Cashflow, jede Kreditzusage wird als Event festgehalten und kann unmittelbar von allen anderen gelesen werden. In der deskriptiven Sicht auf die Daten, wie sie in der BI-Welt vorrangig ist, interessiert insbesondere ein bestimmter Zustand des Datenbestandes zu einem definierten Zeitpunkt. Dieser Zustand wird erst durch Projektion auf eine Reihe von Ereignissen abgeleitet. Ob dies persistent oder ad hoc geschieht, hängt unter anderem von der Leistungsfähigkeit der zugrunde liegenden Infrastruktur ab. Ebenso muss entschieden werden, ob die Bildung des Datenzustands auf der Seite der geschieht, weil für die Abnehmer relevant, oder im Domänenmodell, weil von zentralem Interesse. Letzteres entspricht eher der Idee des integrierten Datenhaushalts. In jedem Fall muss beachtet werden, dass eine Synchronität der Zustände verschiedener Ereignistypen (Entitäten) hergestellt wird. Es wird ein Zustand eines gesamten Bestandes zu einem Zeitpunkt benötigt. Ein weiterer Vorteil dieser Architektur ist die Autonomie, die die angebundenen Systeme durch die generische Datenstruktur der ausgetauschten Informationen und durch den möglichen asynchronen Datenaustausch (Schreiben und Lesen per Event) bewahren können. Das Erzeugen und Verarbeiten der Events muss jedoch individuell auf die Quell- und Abnehmersysteme aufgesetzt werden. Das Erfüllen der Nachweispflicht – in Finanzarchitekturen besonders wichtig – erfordert hier etwas Aufwand, denn die generischen Datenstrukturen müssen immer mithilfe des Meta- 3 Siehe: https://martinfowler.com martinfowler.com/eaaDev/EventSourcing.html Ereignis Einzahlung 02.01. +700 € Ereignis Einzahlung 05.01. +900 € Ereignis Einzahlung 27.01. –100 € Ereignis Einzahlung 12.02. +500 € Zustand Kontostand 12.02. +2.000 € Historie (persistiert) Projektion (bei Bedarf) Abbildung 4: Projektion des Zustandes aus einer Folge von Ereignissen NEWS 02/2017 I 33

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