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02 | 2017 NEWS

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Mit der Zweiten schätzt

Mit der Zweiten schätzt man besser Erhöhung der Schätzgenauigkeit durch Verbinden von empirischen und parametrisierten Schätzverfahren von Dieter Ebhart, Michael Gwinner, Alexander Hick und Gagik Mayilyan „Was man nicht misst, das kann man nicht steuern“. Dieses Zitat von Peter Drucker, einem Pionier der modernen Managementlehre, lässt sich auch auf die Softwareentwicklung übertragen. Um den Gesamtaufwand eines Projektes zu ermitteln, gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten: 1. Die Ermittlung aller notwendigen Tätigkeiten, um das Projektziel zu erreichen und das Abschätzen dieser Tätigkeiten: Der Aufwand für die Durchführung der Tätigkeiten wird von Experten geschätzt – die Summe aller Aufwände ergibt den Gesamtaufwand. Dieses Vorgehen nennt man empirisches Schätzverfahren. 2. Die Ermittlung aller Bausteine (Masken, Klassen, Tabellen etc.), die zur Erstellung der Software notwendig sind: Die Zählung dieser Bausteine stellt ein Maß für die Softwarekomplexität dar. Durch Vergleichen mit der Komplexität vorhergehender Projekte gelangt man zum Gesamtaufwand. Dieses Vorgehen bezeichnet man als parametrisiertes Schätzverfahren. Ein Beispiel für ein parametrisiertes Schätzverfahren ist die Use-Case-Points-Methode, die von Gustav Karner 1993 in Zusammenarbeit mit der Firma Objectory als Diplomarbeit 1 entwickelt wurde. Karner selbst schreibt, dass UCP von der Function-Points-Methode inspiriert wurde, aber die Vorteile eines Objectory-Prozesses 2 nutzt. Use Case Points 3.0 (UCP 3.0) als Fortentwicklung der Methode von Karner entstand im Rahmen der Dissertation von Dr. Stephan Frohnhoff an der Universität Paderborn 3 und wurde im Jahr 2009 veröffentlicht. In dieser Dissertation wurde die UCP-Methode überarbeitet und wesentliche konzeptionelle Schwächen beseitigt. Dabei wurden zahlreiche Anleihen und Erkenntnisse aus der experimentellen Physik und der Statistik in das Gebiet des Softwareengineerings übertragen. Da die UCP-3.0-Methode in der betrieblichen Praxis weniger verbreitet ist wie die Function-Point-Methode, folgt ein kurzer Überblick über die Methode. 1 Siehe: http://www.bfpug.com.br/Artigos/UCP/Karner%20-%20Resource %20Estimation%20for%20Objectory%20Projects.doc 2 Objectory ist ein kontrollierter iterativer Prozess, mit starkem Fokus auf Architektur. Es ist ein Use-Case-getriebenes, objektorientiertes Verfahren. 3 Siehe: https://digital.ub.uni-paderborn.de/hsmig/content/titleinfo/5490 4 I NEWS 02/2017

Unternehmenssteuerung t Die Use-Case-Point-Methode im Überblick Bei parametrisierten Verfahren versucht man, wie oben schon erwähnt, aus quantifizierbaren Messgrößen, die die Komplexität des zu entwickelnden Systems beschreiben, den Aufwand für die Erstellung zu ermitteln. Parametrisierte Schätzverfahren werden auch außerhalb der Softwareentwicklung verwendet, zum Beispiel im Baugewerbe (der umbaute Raum in Kubikmetern, beim Maler die zu streichende Wand in Quadratmetern etc.). Mit diesen Verfahren kann mit geringem Wissen über das zu erstellende System ein relativ genaues Ergebnis erzielt werden. Das wohl bekannteste parametrisierte Schätzverfahren ist die Function-Point-Methode. Hier werden Eingaben, Ausgaben und Daten gezählt und entsprechend Ihrer Komplexität in Function Points umgerechnet. Die konkrete Projektsituation wird mittels Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Use-Case-Point-Methode funktioniert ähnlich. Anstelle der Ein-/Ausgaben und Datenelemente werden Use Cases und Aktoren gezählt, ihre Komplexität ermittelt und damit das Use- Case-Gewicht und das Aktoren-Gewicht ermittelt. Diese beiden Bestandteile werden zum sogenannten A-Faktor addiert. Der A-Faktor ist also ein Maß für die fachliche Komplexität des Projektes. Analog zur Function-Point-Methode wird die konkrete Projekt- situation über Einflussfaktoren bei der Schätzung berücksichtigt. Diese Einflussfaktoren werden wie folgt unterteilt: > > Management-Faktor (M-Faktor): Er bewertet mit insgesamt zehn Einzelkriterien die Erfahrung des Projektteams, die Zusammenarbeit im Team und mit dem Kunden und den prozessualen Reifegrad des Projektes. > > Technik-Faktor (T-Faktor): Er umfasst 13 Einzelkriterien und bewertet die technische Komplexität des Projektes. Die Use Case Points werden dann als Produkt von A-Faktor, T-Faktor und M-Faktor ermittelt. Aus diesen wird der Aufwand in Personenmonaten algorithmisch unter Verwendung eines firmenspezifischen Produktivitätsfaktors berechnet (siehe Abbildung 1). Use Case Komplexität Use-Case- Gewicht Reuse Aktor Typ Aktoren- Gewicht Auftrag verwalten hoch 3 0 % Stammdaten Nachbarsystem (API) 2 Kunde verwalten einfach 1 10 % Geschäftspartner Nachbarsystem (ProtokolI) 2 Produkt verwalten mittel 2 75 % Händler Benutzerinterface 3 ... ... ... ... ... ... ... ∑ (Use-Case-Gewichte – Reuse) + ∑ Aktoren-Gewichte M-Faktor x T-Faktor x A-Faktor = Bereinigte Use Case Points (UCP) Fragebogen mit Kostenfaktoren Fragebogen mit Kostenfaktoren Use Case Points Produktivitätsfaktor (PF) Aufwand über alle Phasen Abbildung 1: Use-Case-Point-Methode im Überblick NEWS 02/2017 I 5

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