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03 | 2017 NEWS

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u Unternehmenssteuerung

u Unternehmenssteuerung Eine solch visuelle Darstellung der Einlagenvolumina ist meist der Ausgangspunkt für die Analyse und Festlegung eines vertretbaren Sockelbetrags. Die durch Linien gekennzeichneten Punkte in der Grafik stellen mögliche Ergebnisse einer Festlegung dar. Im Zeitraum von 2003 bis 2009 kann ein überwiegend konstanter Volumenverlauf beobachtet werden. Erst ab Mitte 2009 verzeichnet der dargestellte Volumenverlauf einen klaren Anstieg. Aufgrund dessen kann der linke der beiden orange gekennzeichneten Punkte als Sockelbetrag vertreten werden. Ebenso ist der orangefarbene Punkt von 2012 vertretbar. Das Sichteinlagenwachstum hat erst nach 2012 merklich und konstant an Dynamik gewonnen und diese bis heute beibehalten. Entsprechend kann ebenfalls begründet werden, erst ab 2012 einen für diese Position untypischen Anstieg der Sichteinlagen anzunehmen. Zusammenfassend kann man festhalten, dass der erste Punkt die eher pessimistische, der zweite die optimistischere Festlegung des Sockelbetrags darstellt. Hier zeigt sich bereits, dass es der Sockelfestlegung häufig an Objektivität mangelt. Daher stellt sich die Frage, ob jener Mangel durch eine systematischere Vorgehensweise behoben werden kann. Aufgrund der jüngsten Erfahrungen in Kundenprojekten zu dieser Thematik kann dies aus Sicht von msgGillardon bejaht werden. Objektivierung durch Statistik Die Festlegung des Sockelvolumens wird klassischerweise mit statistischen Verfahren der Zeitreihenanalyse oder der Trendfortschreibungsmethoden 2 gelöst, die exemplarisch auch im Rahmen der standardisierten Hochrechnung (EVR-Ergebnisvorschaurechnung) in der periodischen Zinsbuchsteuerung zum Einsatz kommen. Auch dort gilt es, Trends aus vergangenen Volumenverläufen in den einzelnen Bilanzpositionen mathematisch zu ermitteln und für die Zukunft zu Planungszwecken fortzuschreiben. Dies kann mithilfe der Regressionsrechnung unter 2 Diese Verfahren sind bereits in den Softwareprodukten von msgGillardon enthalten. 250 200 Milliarden Euro 150 100 Volumenverlauf Linear (Volumenverlauf) Exponentiell (Volumenverlauf) 50 0 2003 2005 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 Abbildung 2: Prognose durch lineare und exponentielle Regression 30 I NEWS 03/2017

Unternehmenssteuerung t Anwendung der Schätzmethode der kleinsten Quadrate auf die Sockelproblematik übertragen werden. Diese Vorgehensweise wird zum Einstieg an einem einfachen linearen Modell erläutert. Aus verschiedenen Gründen kann die „pessimistischere“ der beiden Linien kritisch hinterfragt werden. Seit 2009 sind acht Jahre vergangen. In dieser Zeit sind die makroökonomischen Größen Bruttoinlandsprodukt, Gesamtvermögen der deutschen Privathaushalte und die Nominaleinkommen allesamt gestiegen. Selbst ohne eine anhaltende Niedrigzinsphase ist es entsprechend sehr wahrscheinlich, dass ein Volumenzuwachs aus den genannten Gründen erfolgt wäre. Um dies zu quantifizieren, wird mithilfe der Regressionsrechnung untersucht, welchen linearen Wachstumstrend die Einlagenvolumina bereits vor Beginn der Niedrigzinsphase aufgewiesen haben. Als Ergebnis erhält man eine Geradengleichung, mit deren Hilfe der ermittelte Trend in die Zukunft fortgeschrieben werden kann. Abbildung 2 zeigt dies für die Zeitreihe 2003 bis 2009. Aufgrund der Berechnung auf Basis statistischer Verfahren (lineare Regression) würde ein Sockelbetrag in Höhe von etwa 210 Mrd. Euro empfohlen werden. Das entspricht einer Wachstumsrate von 4,2 Prozent p. a. seit 2009. Um jene Trendfortschreibung statistisch stärker zu fundieren, kann ebenfalls auf fortgeschrittenere Verfahren der skizzierten Methodik zurückgegriffen werden. Denkbar wäre beispielsweise, die Annahme eines linearen Zusammenhangs zugunsten eines exponentiellen Verlaufs aufzugeben. Auch könnte das einfache lineare Modell in ein multiples Modell überführt werden. Zur Beurteilung der Notwendigkeit solcher Ansätze werden entsprechend statistische Gütekriterien herangezogen, die die Verlässlichkeit der Prognosefähigkeit quantifizieren. Ein sehr gängiges statistisches Maß hierzu stellt das Bestimmtheitsmaß dar. Fazit Um aus vergangenen Entwicklungen Prognosen für die Zukunft abzuleiten, stehen in der Banksteuerung geeignete Methoden zur Verfügung. Ihr Einsatz gehört an dieser Stelle bereits zur gängigen Praxis. Folglich ist es konsequent, dies auch auf das variable Zinsgeschäft zu übertragen. Dennoch müssen Prognosen mithilfe statistischer Verfahren immer einer kritischen Plausibilitätsprüfung unterzogen werden. Gab es in der Vergangenheit oder in der Gegenwart und Zukunft Sondereffekte, die den bisherigen beziehungsweise erwarteten Volumenverlauf unterbrechen oder verändern? Zeigt die Trendgerade oder Trendebene eine ausreichende statistische Signifikanz (Bestimmtheitsmaß)? Ferner können die Daten des abgeleiteten Volumens für die Berechnung und Analyse der individuellen Jahres- und Mittelfristplanung genutzt werden. Generell schafft der skizzierte Ansatz eine deutlich höhere Objektivität und eine geringere Angreifbarkeit des gewählten Sockelvolumens. Ansprechpartner Sven Henke Business Consultant, Business Consulting > sven.henke@msg-gillardon.de NEWS 03/2017 I 31

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