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03 | 2017 NEWS

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Licht und Schatten bei

Licht und Schatten bei den deutschen Banken Ergebnisse der Niedrigzinsumfrage von Rainer Alfes und Prof. Dr. Konrad Wimmer Inzwischen hat sie eine gewisse Tradition: die Niedrigzinsumfrage, die Bundesbank und BaFin gemeinsam alle zwei Jahre unter den deutschen Kreditinstituten erheben. Nach 2013 und 2015 erfolgte diese Umfrage 2017 bereits zum dritten Mal. Betroffen waren die kleinen und mittleren Institute, die unmittelbar der nationalen Aufsicht unterstehen. In diesem Beitrag stellen die Autoren zunächst die Ziele und den Umfang der Umfrage vor und begründen anschließend, warum sich in den Ergebnissen Licht und Schatten der deutschen Bankenlandschaft zeigen. Ziele und Konsequenzen der Umfrage Mit der Niedrigzinsumfrage (NZU) haben Bundesbank und Ba- Fin mehrere Ziele verfolgt. Zunächst wollte die Aufsicht einen möglichst genauen Überblick über die Ertragsquellen und Ertragsaussichten der deutschen Kreditinstitute erhalten. Dies ging einher mit einer Einschätzung der möglichen Risiken, denen die Institute aktuell ausgesetzt sind. Wie der Titel der Umfrage bereits andeutet, ergeben sich die Risiken vor allem aus dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld. Außerdem wollte die Aufsicht mit der Umfrage die Widerstandsfähigkeit der Banken und Sparkassen in möglichen künftigen Finanzkrisen analysieren. Darüber hinaus hat die Umfrage eine unmittelbare Konsequenz für die befragten Institute. Die Ergebnisse der Stresstests, die Teil der Niedrigzinsumfrage sind, werden nämlich im Rahmen des aufsichtlichen SREP 1 -Prozesses verwendet, um je Institut die Eigenmittelzielkennziffer zu ermitteln. Diese Kennziffer soll Risiken in Stresssituationen abdecken und stellt einen Zuschlag auf die sogenannten harten Eigenmittelanforderungen der Aufsicht dar. Mit den Ergebnissen der NZU haben Bundesbank und BaFin unter den 1.555 unmittelbar beaufsichtigten deutschen Instituten diejenigen identifiziert, die besonders krisenanfällig sind. Diese Banken unterliegen in der Folge einer intensiveren aufsichtlichen Überwachung. Umfang Die Niedrigzinsumfrage gliederte sich in drei Teile, die im Folgenden näher beleuchtet werden: 1. Umfrage zur Ertragslage der Institute im Niedrigzinsumfeld 2. Stresstest für den SREP 3. Umfragen zur Überwachung weiterer Risiken 1. Umfrage zur Ertragslage der Institute im Niedrigzinsumfeld Dieser Teil stellte die eigentliche NZU dar. Hier gab die Aufsicht sechs Szenarien vor und forderte die Kreditinstitute auf, unter diesen Szenarien die periodische GuV sowie weitere Kennzahlen wie die Entwicklung von Kernkapital und Eigenmitteln zu simulieren und einige qualitative Fragen zu beantworten. Als 1 EBA: Guidelines on common procedures and methodologies for the supervisory review and evaluation process (SREP); Dezember 2014 4 I NEWS 03/2017

Unternehmenssteuerung t Niedrigzinsumfrage 2017 Umfrage Zinsszenarien (Bilanzannahme*) > Planszenario (dynamisch) > +/–0 Bp (statisch) > +200 Bp (statisch) > –100 Bp (statisch) > –100 Bp (dynamisch) > +200 Bp bis –60 Bp (statisch) * Statische Bilanzannahme: Auslaufendes Bestandsgeschäft wird durch äquivalentes Neugeschäft zu geltenden Konditionen ersetzt. Dynamische Bilanzannahme: Keine aufsichtlichen Restriktionen hinsichtlich Bilanzstruktur. NEU: „Drehungsszenario“ Zinsänderungsrisiko > Basis: konstante Zinsstrukturkurve > Stress: +200 Bp Zinsschock SREP-Stresstests Adressrisiko > Ausfallwahrscheinlichkeit: +155 % > Erwartete Verlustquote: +20 % Marktrisiko Qualitätssicherung > Zinstragende Positionen: +30 Bp bis +1.500 Bp Risikoprämie > Sonstige Positionen: 20 % Wertverlust NEU: Einheitlicher Wertverlust > Meldewesenabgleich > Institutsvergleiche Abbildung 1: Umfang der Niedrigzinsumfrage 2017 3 2 Vgl. Deutsche Bundesbank Monatsbericht 01/2016, S.63 Ergebnis erhielten BaFin und Bundesbank verlässliche Informationen über die kurz- und mittelfristigen Auswirkungen dieser Szenarien auf die Ertragskraft der Institute. Dieser Punkt ist in engem Zusammenhang mit der SREP-Business-Model-Analysis zu sehen, bei der es bekanntlich um die Tragfähigkeit des aktuellen und künftigen Geschäftsmodells bezogen auf einen (mindestens) dreijährigen Planungshorizont geht. Interessanterweise hat die Aufsicht hierzu nahezu parallel zur NZU eine Profitabilitätsumfrage gestartet, von der über die befragten Institute zwar die Frageninhalte, nicht aber die Auswertungsergebnisse bekannt sind. Indessen zeigt sich in den Umfragen die Verlässlichkeit der Aufsicht: Im Monatsbericht Januar 2016 2 hatte die deutsche Bundesbank unter Berufung auf die EZB fünf aufsichtliche Schwerpunkte festgelegt, wobei an erster Stelle die „Geschäftsmodelle und Ertragstreiber“ genannt wurden. Damit ist auch an dieser Stelle der aufsichtliche Paradigmenwechsel – hin zur Planungssicht und Profitabilitätsvorschau, nicht nur Reporting der Vergangenheit – deutlich erkennbar. Im ersten Teil der NZU war zunächst das von den Instituten selbst vorgegebene dynamische Planszenario mit expliziten, selbst gewählten Prämissen zur künftigen Entwicklung der Bilanzstruktur darzustellen. Außerdem waren Ergebnissimulationen für fünf aufsichtlich vorgegebene Zinsszenarien – konstantes Zinsniveau, positiver Zinsschock, negativer Zinsschock und inverse Drehung der Zinsstruktur bei statischer Bilanzannahme sowie negativer Zinsschock bei dynamischer Bilanzannahme – über den Zeitraum von 2017 bis 2021 vorzunehmen. Der positive Zinsschock und die inverse Drehung der Zinsstruktur entsprechen übrigens zwei der sechs IRRBB-Standardszenarien des Baseler Ausschusses. Die statische Bilanzannahme bedeutete, dass auslaufendes Geschäft qualitativ und quantitativ neutral durch Neugeschäft mit den zum Prolongationszeitpunkt geltenden Konditionen zu ersetzen war. Der betrachtete Zeitraum der NZU reichte vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2021, umfasste also fünf Kalenderjahre. Als Ausgangsbasis diente der Jahresultimo 2016. 3 Quelle: Präsentation von Bundesbank und BaFin zu den Ergebnissen der Niedrigzinsumfrage, S. 4; https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/ Downloads/Themen/2017_08_30_pressegespraech_praesentation.pdf NEWS 03/2017 I 5

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