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03 | 2017 NEWS

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u Unternehmenssteuerung

u Unternehmenssteuerung 17 % 16 % Zinsrisiko Marktrisiko Kreditrisiko –0,16 Pp –0,87 Pp 15 % 14 % 16,24 % –0,55 Pp –0,55 Pp –0,83 Pp 13 % 12 % 13,29 % 11 % Harte Kernkapitalquote vor Stress Zinsergebnis (inkl. Derivate) Werteffekte verzinster Positionen Werteffekte nicht verzinster Positionen Wertberichtigungen Harte Kernkapitalquote nach Stress Abbildung 3: Wirkung des Stresstests auf die harte Kernkapitalquote 10 Es lassen sich jedoch auch problematische Entwicklungen erkennen: Die Immobilienkredite nehmen einen steigenden Anteil in den Bankbilanzen ein; dabei steigt das durchschnittliche Kreditvolumen deutlich an. Zusätzlich wünschen die Kunden immer längere Zinsbindungen, sodass aus Bankensicht auch die Optionsrisiken durch das gesetzlich vorgegebene kundenseitige Kündigungsrecht nach zehn Jahren (vgl. § 489 BGB) zunehmen. Da die Beleihungsgrenzen zum Teil nach oben gesetzt werden beziehungsweise auch geringere Sicherheiten akzeptiert werden, steigt das Adressausfallrisiko an. Die Aufsicht erkennt außerdem einen Margenverfall bei Immobilienfinanzierungen in den letzten beiden Jahren, was anscheinend auf einen intensiveren Wettbewerb zwischen den Instituten zurückzuführen ist. Der Wohnimmobilienstresstest, den die Aufsicht mit den Informationen aus der NZU simuliert hat, ergab, dass die harte Kernkapitalquote in einem extremen Szenario um 30 Prozent fallender Wohnimmobilienpreise zwar aggregiert über alle Institute um bis zu 0,9 Prozentpunkte fallen könnte. Dennoch folgern die Aufseher, die befragten Institute seien auch im Krisenfall „gewappnet“. Positiver Einmaleffekt aus der geänderten Bewertung von Pensionsrückstellungen Auffallend ist die detaillierte Umfrage zu den unmittelbaren und mittelbaren Pensionsverpflichtungen, mit der die Aufsicht eine Einschätzung gewinnen wollte über den Umfang der Altersversorgungszusagen im LSI-Sektor sowie im Fall mittelbarer Pensionszusagen über deren Verteilung auf die einzelnen Versorgungsträger. Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Umsetzung der Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie und zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften am 11. März 2016 wurden die Bewertungsvorgaben für Pensionsrückstellungen geändert. Die Rückstellungen sind jetzt mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn – statt bisher sieben – Jahre abzuzinsen. Die Konsequenzen sind für die bilanzierenden Banken erfreulich, denn die Rückstellungshöhe wird merklich abgesenkt. Die Informationen zu den Pensionsverpflichtungen ermöglichen der Aufsicht die Einschätzung der Risiken, die sich aus diesen langlaufenden Verpflichtungen für die Institute ergeben. Auch die Vergabestandards für Unternehmenskredite seien trotz der hohen Liquidität im Markt weitgehend stabil. 10 Quelle: Präsentation von Bundesbank und BaFin zu den Ergebnissen der Niedrigzinsumfrage, S.13 Es ist zu beachten, dass die NZU sich wie bereits erwähnt nur an die 1.555 unmittelbar der deutschen Aufsicht unterliegenden Kreditinstitute gerichtet hat. Diese umfassen zahlenmäßig fast 90 Prozent aller deutschen Kreditinstitute, gemessen an der Bilanzsumme aber nur rund zwei Fünftel. 8 I NEWS 03/2017

Unternehmenssteuerung t Licht und Schatten Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse der NZU und der Monatsbericht September der Bundesbank zur Ertragslage der deutschen Kreditinstitute eine bunte Mischung aus Licht und Schatten in der deutschen Bankenbranche. Der erwartete Rückgang der Gesamtkapitalrentabilität unter dem Planszenario der NZU zeigt den erheblichen Druck, unter dem die Banken im anhaltenden Niedrigzinsumfeld stehen. Immerhin fällt der Rückgang mit 16 Prozent nicht so drastisch aus wie bei der vorherigen NZU aus dem Jahr 2015, bei der die befragten Institute noch ein Minus von 25 Prozent befürchtet hatten. Das günstige gesamtwirtschaftliche Umfeld entfaltet einen gegenläufigen Effekt. So wirkt es für Sparkassen und Genossenschaftsbanken ertragssteigernd, weil sie einen Teil der Risikovorsorge für erwartete Kreditausfälle aus den Vorjahren auflösen und dadurch positive Bewertungsergebnisse erzielen können. Die aktuellen Wertberichtigungsquoten liegen deutlich unter dem langjährigen Mittel. Anders sieht das Bewertungsergebnis bei einigen Groß- und Landesbanken aus, die mit hohen Wertberichtigungen bei Schiffsfinanzierungen zu kämpfen haben. Sie fallen allerdings nicht unter die nationale Aufsicht und wurden damit nicht von der NZU erfasst. Die sogenannten anderen Verwaltungsaufwendungen, zu denen unter anderem die Aufwendungen für die Unterhaltung des Filialnetzes zählen, bewegten sich auf Vorjahresniveau. Die Aufsicht folgert daraus, dass der intensive Filialabbau vor allem bei Primärinstituten nur begrenzt kostensenkend wirkte. 12 Trotz der ungünstigen Niedrigzinseffekte stieg der Jahresüberschuss vor Steuern über alle deutschen Institute 2016 um 4,6 Prozent auf 27,8 Mrd. Euro. Dieser Anstieg lässt sich allerdings durch verschiedene positive Sondereffekte erklären. Bei den Primärbanken zählen dazu unter anderem die erwähnten Auflösungen in der Risikovorsorge, bei einigen Instituten auch der beschriebene Einmaleffekt durch die geänderten Abzinsungsregeln für Pensionsverpflichtungen. Die Bundesbank vermerkt lobend, dass die Banken den gestiegenen Jahresüberschuss überwiegend zur Stärkung ihrer Eigenkapitalbasis genutzt haben. So wurde das bilanzielle Eigenkapital aggregiert über alle deutschen Banken um 11,4 Mrd. Euro erhöht. Insgesamt fallen die Ergebnisse in Bezug auf die Finanzstabilität beruhigend aus. Andererseits zeigt sich der starke Anpassungsdruck insbesondere bei Banken und Sparkassen mit einem stark zinsabhängigen Geschäftsmodell – ob der Umbau in Richtung eines steigenden Provisionsüberschusses gelingt, muss sich erst noch erweisen. Licht und Schatten werden auch bei einem Blick auf die Ertragssituation der deutschen Banken im Jahr 2016 deutlich. 11 Die Ertragslage aller deutschen Institute, also nicht nur der LSI, verschlechterte sich in den Kerngeschäftsfeldern: So sank der Zins- und Provisionsüberschuss 2016 gegenüber dem Vorjahr um 5,4 Mrd. Euro auf 120,9 Mrd. Euro. Die Cost Income Ratio (CIR) lag zwar etwas verbessert bei 69,2 Prozent, ist aus Sicht der Bundesbank aber insbesondere im internationalen Vergleich sehr hoch. Die in der NZU befragten Institute rechnen für die nächsten Jahre zudem mit einer sich verschlechternden Cost Income Ratio, auch wenn sie versuchen, mit Kostensenkungen gegenzusteuern. Ansprechpartner Rainer Alfes Principal Business Consultant, Produktmanagement > rainer.alfes@msg-gillardon.de 11 Vgl. Vgl. Deutsche Bundesbank Monatsbericht 09/2017, S. 51 ff. 12 Vgl. zur wertorientierten Vorgehensweise bei Filialschließungen den Artikel von Wimmer/Kregiel in dieser News NEWS 03/2017 I 9

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